Videopodcast schlägt Audiopodcast. Zum ersten Mal.
- Christoph Soltmannowski

- 28. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Die Zahlen sind da, und sie sind eindeutig: 52 Prozent der Podcast-Konsumierenden bevorzugen die Video-Version gegenüber dem reinen Ton — gegenüber 36 Prozent im Vorjahr. Das ist keine Tendenz mehr. Das ist ein Kipppunkt.
Die Podcast-Studie 2026, für die das Marktforschungsinstitut Appinio gemeinsam mit Podstars by OMR über 1.000 Teilnehmende befragt h
at, liefert das erste klare empirische Signal dafür, was wir bei Castalavista schon länger beobachten: Audio allein reicht nicht mehr. Wer gehört werden will, muss gesehen werden.
Das Auge konsumiert mit
Die entscheidende Frage ist nicht, ob man einen Podcast auch noch als Video anbieten sollte — sondern warum Video so viel besser wirkt. Die Studie gibt darauf eine klare Antwort. 41 Prozent nennen als grössten Vorteil der Video-Version, dass Einblendungen und Grafiken komplexe Themen schneller begreifbar machen. 38 Prozent schätzen die menschliche Nähe durch die Mimik und Chemie zwischen den Personen vor der Kamera. Und 28 Prozent sagen, das Bild diene als Anker — es verhindert, dass sie gedanklich abschweifen.
Das ist keine Frage des Geschmacks. Es ist Kognitionspsychologie. Wer ein Thema ernst nimmt, wer vermitteln, überzeugen und in Erinnerung bleiben will, braucht das Bild.
Volle Aufmerksamkeit, kein Hintergrundrauschen
Besonders aufschlussreich ist, wie Video-Podcast-Konsumierende ihren Konsum selbst beschreiben. 46 Prozent nehmen sich fest Zeit dafür und konzentrieren sich vollständig auf das Bild — wie bei einem Film oder einer Serie. Das sind Menschen, die aktiv zuschauen, nicht nebenher hören.
Das verändert die Qualitätsanforderungen fundamental. Wer vor einer unscharfen Webcam sitzt oder unter schlechtem Neonlicht aufnimmt, wird diesem Publikum nicht gerecht. Broadcast-Qualität ist keine Kür — sie ist die Mindestanforderung für Formate, die ernst genommen werden wollen.
YouTube ist die grösste Podcast-Plattform — längst
74 Prozent der Video-Podcast-Konsumierenden nutzen YouTube als primäre Plattform. Dahinter folgt Spotify bereits mit 50 Prozent. Der Beweis, dass YouTube zum dominanten Podcast-Kanal geworden ist, findet sich auch in einem anderen Studienergebnis: 63 Prozent der Hörenden nehmen Podcast-Content auf YouTube wahr, ein deutlicher Anstieg gegenüber 55 Prozent im Vorjahr. Und 46 Prozent der Hörenden nutzen die YouTube-Suche, um neue Formate zu entdecken — gleichauf mit Social Media.
Wer seinen Podcast nicht auf YouTube angemessen präsentiert, fehlt an einem der wichtigsten Discovery-Kanäle überhaupt.
Business-Podcasts: Top-Informationsquelle für eine anspruchsvolle Zielgruppe
Für Unternehmen, die Castalavista als Produktionspartner in Betracht ziehen, ist ein weiterer Befund besonders relevant: Podcasts gehören für Business-Zielgruppen zu den zwei wichtigsten Informationsquellen überhaupt — direkt hinter YouTube, vor Social Media, Online-Medien und persönlichem Netzwerk. Die Zielgruppe ist thematisch fokussiert, sucht Relevanz für ihr berufliches Umfeld, und reagiert auf Werbung in diesem Kontext deutlich stärker als im Branchenschnitt.
Das ist die Zielgruppe, die Branded Podcasts zu einem strategisch unterschätzten Instrument macht.
Branded Podcasts wirken — nachhaltig
Wer nach dem Hören eines Branded Podcasts handelt, tut das nicht einmal und vergisst es. 47 Prozent tauschen sich anschliessend mit Freunden über die Marke aus. 41 Prozent suchen aktiv nach weiteren Informationen. 35 Prozent empfehlen die Marke weiter. Das sind Werte, die klassische Werbeformate selten erreichen — weil das Vertrauen in den Host die Botschaft trägt.
73 Prozent derjenigen, die schon einmal Podcast-Werbung gehört haben, vertrauen ihrem Lieblingspodcast bei der Empfehlung hochwertiger Produkte. Dieses Vertrauen ist nicht käuflich. Es entsteht durch Qualität, Konsistenz und echten Mehrwert — über viele Episoden hinweg.
Was das bedeutet
Die Podcast-Studie 2026 liefert keine Überraschung. Sie bestätigt, was sich in der Praxis längst zeigt: Der Markt verlangt nach professionellen Video-Formaten, nach Plattformstrategie, nach Inhalten, die auch visuell überzeugen.
Genau dafür ist Castalavista gebaut.
Die Podcast-Studie 2026 wurde von Podstars by OMR und Appinio durchgeführt. Grundlage sind zwei repräsentative Umfragen mit insgesamt 2.300 Teilnehmenden in Deutschland, erhoben im April 2026.


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